Alle Computer sind nach unserem Ebenbild erschaffen, selbst jene, die wir ihren eigenen Lernprozessen überlassen haben, da wir im Keim definieren, was ein Lernprozess sei. Nicht Science-Fiction, sondern erklärtes Ziel muss eine Künstliche Intelligenz sein, die sich ohne unser Zutun manifestiert, um uns eine nicht-menschliche Sicht auf die Welt und eine echte Außenansicht unserer Selbst geben zu können. Dafür müssten wir evolutionäre Bedingungen simulieren, die Parameter in Frage stellen, die zu uns geführt haben und einen langen Atem mitbringen – einen sehr langen Atem.
Sollte es soweit kommen, dass funktionsfähige Instrumentarien die Strategie der Evolution übernehmen, selbstständige Wesenheiten entstehen, die mit den Methoden Versuch und Irrtum, Mutation und Selektion zu einer Selbst-Erkenntnis gelangen, dann müssen wir uns hüten, dass die Künstlichen Intelligenzen uns nicht absichtlich und wohlüberlegt ihren Zielen anpassen, statt wie bisher, dass wir uns den Maschinenbedingungen arbeitstechnisch und sozial unterordnen.
Denn irgendwann wird es auf die Frage hinauslaufen: Sind wir Diener oder Sklaven? Sklaven, bestenfalls entmündigt! Oder der Gemeinschaft dienende souveräne Menschen…
(20251221) Geschrieben 1985 als Nebenprodukt meiner Aufgabenstellung, die Verwaltung einer Waldorfschule auf EDV umzustellen (Von der Ablage bis zur Netzplantechnik – Arbeitszeugnisse können zum Faktencheck beigebracht werden.) Nebenbei habe ich mich mit PROLOG beschäftigt. Mein Kontakt mit ELIZA und die Lektüre von Joseph Weizenbaum: Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft; taten ihr Übriges.